
Den eigenen Stress zu reduzieren beginnt damit, die Funktion von Stress in unserem Körper zu verstehen.
Stress ist eine evolutionsbedingte Überlebensstrategie. Er bereitete uns – und tut dies auch heute noch – in einer neuen Situation darauf vor, mit dieser erfolgreich umzugehen. Da früher neue Situationen potentiell gefährlich waren, entwickelte die Evolution einen rasch wirkenden Mechanismus, um den Körper schnellstmöglich in eine Kampf – Flucht – Bereitschaft zu versetzen. Dieser Mechanismus heisst heute Stress. Jeder Mensch, jedes Tier hat diesen Mechanismus, daran ist nichts falsch, er ist Teil unserer Natur. Im Coaching nehme ich dem Wort „Stress“ sehr viel von seinem Schreckgespenst, das vereinfacht den Umgang mit ihm und führt leichter (und stressloser) zu Ergebnissen.
Stress nimmt Einfluss auf unseren Körper via den Hormonen und via unserem autonomen Nervensystem. Beide sind sozusagen das (sehr rasche) Aufwärmprogramm, um anschliessend mit einer neuen Situation erfolgreich umzugehen.
Damit das Stresssystem funktionierte, musste die Natur dieses sehr einfach gestalten; unser Stresssystem kann nicht sehr gut differenzieren. Da es deshalb immer noch jegliche neue Situation als etwas Bedrohliches ansieht, passiert in unserem Körper noch in etwa das gleiche wie vor einigen tausend Jahren und wir reagieren noch sehr ähnlich.
Was früher einige Male täglich vorkam und wir anschliessend entsprechend Zeit hatten, den Stress wieder zu „verdauen“, ist heute ein Dauerzustand. Ein durchschnittlicher Tag konfrontiert uns ca. 100 x mit Situationen, auf die unser Körper mit Stresssymptomen reagiert, solange wir dies nicht merken. Das hat mit dem bekannten beschleunigten Lebenswandel zu tun sowie mit der Informationsflut. Uns fehlen schlicht die Erholungs – und Abbauphasen. Die Anzahl der Stresssituationen, und diese zu reduzieren, ist auch Teil des Coaching. Sicher aber können wir lernen, wie wir den Stress bereits beim Entstehen eindämmen können, da wir uns ja heute nicht mehr primär mit lebensbedrohenden Situationen auseinandersetzen müssen. Somit reduzieren wir deutlich die Anzahl und Intensität der Stresshormone, und reduzieren vor allem auch die Verweildauer dieser in unserem Körper.
Fazit: Es geht also beim Coaching darum, Stress zu verstehen, Stressquellen zu erkennen und zu reduzieren und mit erlernbaren Techniken situationsbedingten Stress zu vermeiden oder zumindest zu verkleinern.
